BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

das 'Schiesshaus'

Zu Zeiten der DDR war Lauscha ein gut besuchter Ferienort. Neben anderen Firmen unterhielt der Fahrzeughersteller Sachsenring dort ein großes Ferienlager. Zur Urlaubszeit hat sich die Bevölkerung der Stadt gut und gern verdoppelt.

Eine der Ferieneinrichtungen war auch das Erholungsheim der VEB Nähmaschinenwerke Altenburg. Ein hotelähnlicher Betrieb am Rand vom Lauscha, der Erscheinung nach in den späten Achtizigern des letzten Jahrhunderts gebaut. Die Einheimischen nennen es ‘das Schiesshaus’

Das Erholungsheim Altin in Lauscha

Nach dem Mauerfall wurde der Nähmaschinenhersteller reprivatisiert und in ALTIN (Altenburger Textilindustrienähmaschinen) umbenannt. Unter dem Namen Altin Erholungsheim lief der Betrieb noch eine Weile weiter, dann war aber weder der Nähmaschinenhersteller, noch der Hotelbetrieb weiter zu halten.

Die Urlauberzahlen gingen kontinuierlich zurück und potentiellen Interessenten an dem Gebäude verloren schnell ihr Interesse. Seit den frühen nuller Jahren steht das Gebäude ungenutzt. und bröselt leise vor sich hin.

Wie alle Häuser in Lauscha versucht es unbemerkt den Hang herunter zu rutschen während aus dem Berg das Wasser von hinten ins Fundament drückt.

Drinnen gibt es gepflegten Vandalismus - aber auch gelebte Entkernung. Während verlassene Gebäude in Westdeutschland meistens intensiv durchvandalisiert werden und bestenfalls die Metalldiebe raus rupfen was geht sind in Ostdeutschland schon eher die Baustoff-Liebhaber am Werk: Heizkörper ordentlich abgebaut, Fensterrahmen ausgebaut, Waschbecken und Kloschüsseln ausgebaut. Ich habe teilweise Gebäude besucht die aussahen wie ein Rohbau. Im Ferienheim ist es eine Mischung von Beidem: Die Baustoff-Liebhaber sind immer noch am Werk, aber auch der Vandalismus hat getobt - und das gründlich! Das Dach ist Dicht, aber die Feuchtigkeit kommt aus dem Berg und ist überall in den unteren Etagen deutlich wahrzunehmen. Dazu kommt noch das unter dem Anbau in dem sich früher einen Gastronomie befand ein Löschwasser-Reservoir angelegt ist. Das Gebäude liegt so hoch im Tal das der Wasserdruck nicht zum Löschen reicht. Aus dem ‘Pool’ zieht die Feuchtigkeit gründlich in die Wände so das bereits Moos an der Wand wächst. Im Wasser liegt allerhand hinein geworfener Krempel - ein paar Amphibien haben sich hier ein ruhigen Plätzchen geschaffen.

Man kann noch erahnen wie modern und groß das Gebäude seinerzeit angelegt wurde - aber ein Großteil ist halt verschwunden. In einem Kaminzimmer fand ich eine Wandplatte mit einer Grafik auf der Menschen beim Zusammenbauen von Nähmaschinen zu sehen sind. In dem Raum muss es solche Bildtafeln früher umlaufend gegeben haben.