BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

Zu Gast in Lauscha

Gartendekoration in Lauscha

Ich habe mich für einen Gastaufenthalt in der Goetheschule in Lauscha beworben - und bin durch das Auswahlverfahren gekommen. Mein Aufenthalt ist vom 17.5.bis 15.06. und Gestern bin ich mit Almuts Hilfe angereist.

Warum bin ich hier? Sicher nicht nur weil ich mich um diesen Platz beworben habe. Es ist meine Neigung, verlassene Orte zu fotografieren - solche Plätze soll es hier in der Gegend reichlich geben. Lauscha und die umliegenden Ortschaften waren zu Zeiten der DDR ein Schwerpunkt der Glasindustrie - sowohl für technische Anwendungen als auch für kunsthandwerkliche Arbeiten. Mit der Wende und den daraus resultierenden Effekten auf die ostdeutsche Industrie sollte sich dabei vieles ändern.

Der Bevölkerung des Ortes hat sich seit dem Mauerfall von rund 10.000 auf 3000 reduziert. Das lässt sich nicht verbergen. Während im Ortskern optische Verschönerung betrieben wird zeigt sich mit zunehmender Entfernung von dort mehr oder minder offensichtliche Verwahrlosung. Die Häuser - traditionell ab dem Erdgeschoss in Holz konstruiert - wurden den Bedürfnissen entsprechend immer wieder aufgestockt und erweitert. Das führte dazu das bei dem bestehenden Platzmangel in dem engen Tal die Häuser dicht an dicht stehen und teilweise auch ineinander gebaut wurden.

Beim aktuellen Leerstand bzw. bei der Tatsache das in ehemals von Grossfamilien bewohnten Häusern nur noch die Großeltern wohnen können notwendige Reparaturen nicht mehr durchgeführt werden. Im Stadtbild fallen immer wieder baufällige Häuser auf die sich mehr oder weniger deutlich auf den Weg ins Tal machen wollen. Es gibt so gut wie keine ebenen Flächen in der Stadt - so wenig eben das hier Autos auch gern mal mit vorgelegtem Bremsklotz geparkt werden. Manche Wohnlagen sind so steil das sie im Winter nur noch zu Fuss erreichbar sind.

Der Ort hält immer noch große Stücke auf die Galsbläserkunst - zurecht, wie ein besucht im Glaskunst-Museum nahe legt. Es gibt auch eine Glasbläserschule und Betriebe die industriellen Bedarf decken. Das steht in einem unwirklichen Kontrast zu der sichtbaren Stagnation.

Früher war Lauscha auch Luftkurort und Trainingszentrum für die Skisprung-Olympioniken der DDR. Die Sprungschanzen sind jedenfalls noch da. Wer da heute noch trainiert muss ich noch heraus finden.