BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

31.07.'18 - Man muss sich auch mal von was Trennen können...

Einen Tag später als geplant ging es los auf die Tour - das ORCA war schon ganz unruhig. Voll beladen und aufgebockt stand es im Studio und scharrte mit den Hufen.

Jetzt will das ORCA aber los...

Kurz vor acht schoben wir auf die Straße. Die Sonne war auch schon am Start. Zuerst ging es den Kanal entlang nach Henrichchenburg - ein vertrauter Weg. Hier zeigte sich dann auch das Motto des Tages: 'sonderbare Überraschungen'

Zuerst der große Klassiker: das Navi will nicht. Keine Satteliten zu finden - nirgends - keine - nein! Für seine Morgenmuffeligkeit bekannt habe ich es mehrfach neu gestartet, aber nein, das GPS-Netzwerk war über Nacht geschlossen abgeschaltet worden. Das konnte nun wirklich nicht sein - also: was hatte sich seit der letzten erfolgreichen Benutzung geändert? Irgendwann kam ich drauf - in Vorbereitung dieser Reise hatte ich nicht benötigte Anschlüsse auf der Rückseite des Geräts mit Silikon versiegelt da die Original-Verschlusskappe abhanden gekommen war und ich befürchtete das dort Wasser eindringen könnte. So auch die Buchse für den externen Antennenanschluß. Sollte das Silikon etwa elektrisch leitend sein und die Antenne kurz schließen?

Kurzer technischer Stop und mit einem Schraubendreher und Wattestäbchen das Silikon aus der Antennenbuchse gepult. Plötzlich waren auch die Satteliten wieder da - meine Position wirde auf drei Meter genau mitten im Kanal angezeigt. Offensichtlich hat dieses Navi nautische Fähigkeiten...

Zweites Rätsel: ich fahre entlang des Kanals und der Tacho hat es gemerkt und sich aktiviert - aber die angezeigte Geschwindigkeit ist genau Null, egal wie schnell ich fahre. Was war da los? Ich brauche doch dringend meine aktuelle Geschwindigkeit um angemessen frustriert über meine Langsamkeit zu sein... Wie sich heraus stellen sollte hatte ich beim Rücksetzten des Kilometerstands auch gleich den Umfang meines Voderrads auf Null gesetzt. Deswegen fuhr ich auch keine Geschwindigkeit. Aber wie war noch mal die Tastenkombination um das einzustellen und welchem Umfang hat verdammt noch mal mein Vorderrad. Da hatte ich erst mal was zu Nachdenken...

Mein Weg führte mich durch verschieden bepflanzte Felder, es ist erschreckend zu sehen in welchem Zustand die Pflanzen sind - der Mais ist nicht höher als einen Meter und versucht bereits in dieser Größe irgendwie noch einen Frucht bilden. Über große Strecken ist alles trocken gefallen und die Bäume haben bereits auf Herbst umgeschaltet - überall liegen trockene Blätter herum.

Kurz vor Wesel gab es die nächste Überraschung - mich hatte schon eine Weile ein sonderbares Quietschen irritiert dessen Ursprung ich mir nicht erklären konnte. Die Lenkung wurde zunehmend schwammiger - das konnte nicht allein von den Tasche an der Vordergabel liegen. Ich unterzog die Lenkung einer genaueren Überprüfung: die Achse des Vorderrads war gebrochen. Na Toll! Neun Kilometer bis zum nächsten Fahrradgeschäft. Ich versuchte so langsam wie möglich weiter zu fahren - mit mäßigem Erfolg. Die Geräusche wurden immer schlimmer und es fühlte sich an als wenn ich mit angezogener Handbremse fahren würde. Knappe zwei Kilometer vom rettenden Fahrradhändler hatte sich das Vorderrad so verklemmt das es nicht mehr zu fahren war - genau vor einem Haus mit Garten. Hinter dem Zaun ein Hund der interessiert dabei zusah wie ich die Reste meines Gefährts auf dem Hinterrad in die Einfahrt balancierte. Keine Klingel am Gartentor, aber an der offenen Haustür. Ob mich der Hund wohl rein lässt? Ich redete freundlich mit ihm und tatsächlich durfte ich das Tor öffnen und mich weiter freundlich redend auf die Haustür zu zu bewegen. Von drinnen kam eine zweiter Hund - aufgeregt wedelnd - ich redete auch mit ihm freundlich. Bis zur Treppe schaffte ich es. Dann Drückte mir Hund zwei seine Nase in den Schritt und knurrte - leider waren meine Arme zu kurz um von hier aus an die Klingel zu kommen. Also probierte ich es mit Rufen - tatsächlich kam jemand aus dem Haus - und der Mensch war gern bereit mich für meinen Einkauf zum Radhändler zu fahren - eine tolle Sache bei der Hitze. Der Rest ging dann ganz schnell - Reifen und Reflektoren umbauen und fertig war das neue Vorderrad.

Das Berliner Tor in Wesel

Drei Stunden Zeitverlust - das heutige Tagesziel, Nijmwegen konnte ich mir abschminken. Ein kurzer Schlenker durch Wesels Innenstadt und dann raus über die Niederrheinbrücke Richtung Osten. Sie wurde nach dem Krieg neben den völlig zerstörten Brücken errichtet. Wesel war durch die Bombardements im Krieg völlig zerstört worden. An den meisten Stellen strahlt den Besucher die hastige Architektur der fünfziger und sechziger Jahre an.

Die Niederrheinbrücke bei Wesel - im Vordergrund die Reste einer alten Eisenbahnbrücke

Bis Xanten habe ich es geschafft - dann suchte ich mir einen Platz für's Zelt. Es sollte 'Campingplatz und Gaststätte Bremer' werden. Eher ein Platz für Dauercamper mit angeschlossener Gaststätte in einem Waldgebiet an einer kleinen Durchgangsstraße gelegen. Die vorübergehenden Gäste schlagen ihr Lager auf einer Wiese am Waldrand auf der anderen Straßenseite auf - die befindet sich ein guten Stück vom eigentlichen Campingplatz entfernt. Die anderen Gäste haben den Weg zum Waschhaus mit dem Rad gemacht. Mein direkter Nachbar nutzte dafür ein Moped... Man sollte sich auch seinen eigenen Schatten mit bringen denn außer dem Wald gibt es da nichts was den Platz von der Sonne abschirmt.

Für eine Nacht war es jedenfalls okay - ich baute unter den neugierigen Blicken der Vögel am Waldrand mein Zelt auf...