BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

Montag, 6. August - Ijmuiden-Sandfort-Nordwijk

Heute also der zweite Versuch, Ijmuiden zu erreichen.
…und gleich wieder ganz toll gescheitert. Meine Hosts waren schon in ihr Leben aufgebrochen und ich war so dämlich, die Schlüssel für die Wohnung in den Briefkasten zu werfen bevor ich alles Gepäck zusammen hatte. Da stand ich nun doof vor der Tür und konnte erst mal schön warten bis André von seinem Auftrag zurück kam und mich an den Rest des Gepäcks lassen konnte. So bin ich dann auch erst um kurz nach 12 auf die Straße gekommen.
Trotzdem habe ich dann erst den Schlenker zur Küste gemacht - und es hat sich gelohnt selbst wenn das eigentliche Bunkermuseum nur jeweils am ersten Sonntag eines jeden Monats offen hat. In den Dünen um die Flussmündung bei Ijmuiden liegt ein Bunker neben dem anderen - sie sind teilweise frei zugänglich und liegen zueinander als hätte ein Architekt mit eigenartigem Geschmack dort eine Wohnsiedlung anzulegen versucht.


Diese Anlage ist dort seinerzeit zur Verteidigung der Flussmündung und der Schleusenanlage gebaut worden. Aktuell werden die Schleusen erweitert und umgebaut - die Schiffe sind inzwischen zu groß geworden. An der Flussmündung liegt auch die Stahlproduktion der Niederlande - jetzt im Besitz von TATA-Steel.

Einfamilienwohnungen der dreissiger Jahre...


Mit dem versauten Timing war nicht mehr daran zu denken das ich heute bis Rotterdam kommen könnte - ich setzte mir das Ziel, bis 19:00 einen Campingplatz zu erreichen. Der Weg führte die Küste entlang durch ein Dünen-Naturschutzgebiet mit toller Landschaft.
Ich kam auch durch Sandfort, das zu der Jahreszeit aus allen Nähten platzte - die SUV’s konnten sich kaum in den kleinen Straßen bewegen und die Strandpromenade platzte geradezu von Menschen - nichts, wie weg hier!
Heute endete die Strecke für mich in der Nähe von Nordwijk.

 

2.7.: Utrecht-Sandfort-Haarlem-Amsterdam

In einem Scaterpark zu übernachten der auch noch einen Durchgangsweg beinhaltet bedeutet gewisse Risiken. Zum Beispiel das sich Holländer auf dem Heimweg in dem Park unbeobachtet fühlen und daher gern und laut falsch singen - zum Beispiel diese Nacht.
Und das es eben eine Scateranlage gibt die bis Mitternacht beleuchtet ist - was dann auch schon mal heißen kann das da jemand um halb zwölf noch schnell ein wenig auf dem Board in der Halfpipe entspannt - ich wusste zuerst das ‚Klock-Klock‘ überhaupt nicht zuzuordnen als ich davon was wurde. Ich dachte erst an einen Kühl-LKW dessen Tür fortwährend geöffnet und geschlossen wird.

Trügerische Idylle im Grünen...

Trügerische Idylle im Grünen...


Und dann scheint es auch so zu sein das die LKW-Fahrer in den Niederlanden, durch das flache Land verwöhnt, doch eher den Schaltbedarf an einer Autobahnaufahrt mit Steigung unterschätzen. Da wird dann gern erst mal der Motor so derartig in die Untertourigkeit geritten das er fast absäuft und dann hektisch durch die Gänge geschaltet um zum Abschluss mit heulendem Diesel den ‚Berg‘ zu meistern. Fünf Kandidaten für diese Technik habe ich heute Nacht entdeckt.
Als ich Morgens durch auf das Zelt herunterprasselnde Zweige erwachte weil eine Taube bei der Landung im Baum über mir die halbe Krone zerstörte fühlte ich mich ein bisschen knittrig. Das nächste mal versuche ich eine wilde Übernachtung auf einem Friedhof - da ist es wenigstens ruhig…
Die Plünnen und das Zelt eingepackt und auf der Bank bei der Halfpipe Stullen und heissen Tee aus der Thermoskanne gefrühstückt. dann ging’s los zum Wasserlinienmuseum bei Bunnik.
Es handelt sich um eines von vielen Forts die in den Niederlanden zur passiven Verteidigung des Landes gebaut wurden. Diese Bauten dienten dazu das Land kontrolliert zu fluten wenn ein Feind kommt. Knietief sollte das Wasser stehen - zu flach um darin mit einem Boot fahren zu können aber tief genug um im Schlamm stecken zu bleiben und in den dann unsichtbaren Wassergräben zu ersaufen. Anwendung fand diese Technik beim Angriff Napoleons auf die Niederlande. Er wurde erfolgreich aufgehalten. Allerdings hatte man nicht damit gerechnet das er bis zum Winter bleibt, dann alles gefriert und man über das eins laufen kann. Die Soldaten versuchten zwar noch durch Aufsägen der Einsflächen das eindringen der Armee zu verhindern aber es sollte nicht funktionieren.
Im ersten Weltkrieg reichte beim Feind Deutschland das bloße Wissen um die Wirkung dieser Technik um das zu dem zeitpunkt neutrale Land vor einem Überfall zu bewahren. Damals hieß es: ‚die Technik zur Überflutung des Landes ist unsichtbar‘.
Im zweiten Weltkrieg hat das mit den Forts nicht geklappt - die Zeit hatte die Technik überholt. Oder besser: Die Deutschen kamen mit Autos und Flugzeugen - viel zu schnell um vorher noch eben das Land mit Wasser voll laufen zu lassen.
Als sich das Ende des Krieges abzeichnete machte sich die abziehende Wehrmacht allerdings die Technik selbst zu Nutze und setzte das Land unter Wasser - der Invasion ließ sich dadurch nicht aufhalten aber die damals ohnehin sehr arme Bevölkerung der ländlichen Gebiete verlor durch die Flutung quasi ihre komplette Existenz  - wie auch schon bei den Flutungen der Vergangenheit. Diese passive Verteidigung forderte auch ohne Krieg enorm hohe Opfer und war daher bei den ‚Anwohnern‘ nicht beliebt.


Das Museum ist didaktisch unterhaltsam gestaltet - ein König aus Filz und andere Protagonisten der Geschichte erzählen und multimedial was es mit den Forts auf sich hat und es gibt neben anderen informativen Exponaten auch richtige Zeitzeigenaufnahmen die von den Flutungen berichten - das war sehr berührend.
Heute ist diese Technik eindeutig Geschichte - aber dadurch das bis in die siebziger Jahre ein Gesetz verbot das man näher als einen Kilometer an die Forts heran baut sind sie in dem intensiv genutzten Land jetzt wertvolle Naturzonen.
Ich machte mich weiter auf den Weg nach Amsterdam - da ich vorher noch Bunker bei Ijmuiden besuchen wollte machte ich den direkten Weg an die Küste - der Weg folgte dem alten Rhein - ein toller Radweg durch noch viel schönere Landschaft. Entlang des sehr ruhigen Gewässers ist alles sehr schön bebaut und macht einen verschlafenen Eindruck. Der Radweg verläuft die meiste Zeit direkt am Wasser.

Der Radweg am alten Rhein


Mit der Ankunft an der Küste war dann die Beschaulichkeit vorbei - Touristisch, eben. Ich wollte einem Weg die Küste entlang nach Norden folgen, aber die eine oder andere Baumaßnahme sollte mich zum Ausweichen zwingen. Mein Weg führte mich immer mehr ins Landesinnere Richtung Amsterdam bzw. von den Bunkern weg. Es wurde zunehmend später so das ich meinen Plan entnervt verwarf und direkt zu André und Marcels Wohnung fuhr - dieser Reiseabschnitt sollte hier erst mal ein Ende finden.

Nijmwegen-Druten-Culemborg-Vianen: wie man nicht gesehen wird

Was man in der ersten Nacht einer Radreise träumt sol ja in Erfüllung gehen - oder Einen wenigstens auf den Boden der Tatsachen zurück holen, was mobiles Leben so bedeutet.

So hat man zum Beispiel keine Sachen dabei die man vor der Fahrt nicht eingepackt hat - also auch nicht das dringend benötigte Netzteil für den Laptop - dringend benötigt für den Kontakt mit der restlichen Welt und vor allem für die Workshops in Beaufort. Da wurde erst mal die heimische Freundestruktur aktiviert damit ich in Amsterdam mit der Stromversorgung zusammen finde. Bis da hin wird dann man schön Energie gespart...

Was ich auch immer wieder vergesse ist das ich auf solchen reise natürlich nicht allein bin auch wenn ich die Fahrt alleine mache. Höchst irritierend in der Nacht auf einem Naturcampingplatz von der leisen Geräuschkulisse eine RTL-Fernsehsendung geweckt zu werden. Mein Nachbar hat in seinem Wohnmobil so seine Strategien, mit Schlaflosigkeit umzugehen - und ich hätte gerne Ohrenstöpsel gehabt. Auch hatte der Wald großes Interesse an dem Neuzugang auf der Wiese. ich bin zwei mal erwacht weil jemand an meinem Zelt geschnüffelt hat und morgens wurde ich wach weil ein Vogel am Reissverschluß des Eingangs zupfte, Na, scheu sind die Freunde aus dem Wald auf keine Fall...

War ja eh Zeit zum Aufbrechen - also: Sachen zusammen gepackt, gefrühstückt und die Wasservorräte an der Zapfstelle aufgefüllt. Müller braucht auf 100 Kilometer bei den aktuellen Temperaturen mindestens zehn Liter Wasser.

Meine erste Etappe für heute: Nijmwegen. Zwischen Goesbeck und Nijmwegen gibt es einen alte Bahnstrecke auf der man mit einer Draisine fahren kann. Sie verläuft direkt neben dem Radweg und endet in Nijmwegen.

Die Stadt war eigentlich nur ein Zwischenziel, es fand sich dort aber von mir unerwartet ein Kanadischer Soldatenfriedhof, dem ich einen Besuch abstattete. Die dort begrabenen Soldaten sind alle bei der Invasion 1945 gestorben.

Der kanadische Soldatenfriedhof bei Nijmwegen

Was mich an der Anlage berührt hat ist das die Gräber immer noch sehr gut gepflegt sind und dort viele unterschiedliche Blumen angepflanzt sind. es gibt nach über 70 Jahren noch immer Angehörige die diesen Ort besuchen und dort Andenken hinterlassen

Über einen Radweg, der bezeichnenderweise den Namen 'die Berge rauf und runter' trug ging es weiter Richtung Culemborg. das Wetter war warm und trocken. Der Trinkschlauch war kurz davor in meinem Mundwinkel fest zu wachsen.

 

Kühe beim Sonnenbad am Rheinufer

Das nächste Etappenziel ist der Bunker 599 in Riedfeld - einer von vielen Bauwerken die an strategischen Punkten der Niederlande angelegt wurde. Sie liegen normalerweise als Betonbrocken in der Landschaft und ihre Funktion ist nicht unbedingt auf den ersten Blick klar. Dieser Bunker ist durch das Architekturbüro Raaaf bearbeitet worden. Sie haben ihn aufgesägt so das man förmlich hindurch gehen kann.

Bunker 599

Die glatte Oberfläche der Schnittkanten steht in einem phantastischen Kontrast zu der rauhen Außenhaut den Klotzes bei dem nun sichtbar ist wie eng und eingeschlossen man darin gewesen sein muss. Nun führt eine Treppe den Deich hinunter durch den Bunker hindurch auf einen Steg ins Wasser, was dem ganzen einen monotitisch-kultischen Charakter gibt.

Es war schon recht spät als ich an diesem Ort an kam und ich machte mich danach auf die aussichtslose Suche nach einem Schlafplatz.  Weit und breit kein Campingplatz in Sicht. Das Wasser wurde knapp und es wurde immer abendlicher. In der Nähe von Vianen konnte ich bei einem Restaurant meine Flaschen auffüllen und entschloss mich dann in einem kleinen Scaterpark, nostalgisch zwischen einen Industriegebiet und einer Autobahnauffahrt meine Zelt aufzuschlagen weil sich dort tatsächlich ein Plätzchen fand das nicht von der Straße aus einsehbar war.

wie man nicht gesehen wird...

31.07.'18 - Man muss sich auch mal von was Trennen können...

Einen Tag später als geplant ging es los auf die Tour - das ORCA war schon ganz unruhig. Voll beladen und aufgebockt stand es im Studio und scharrte mit den Hufen.

Jetzt will das ORCA aber los...

Kurz vor acht schoben wir auf die Straße. Die Sonne war auch schon am Start. Zuerst ging es den Kanal entlang nach Henrichchenburg - ein vertrauter Weg. Hier zeigte sich dann auch das Motto des Tages: 'sonderbare Überraschungen'

Zuerst der große Klassiker: das Navi will nicht. Keine Satteliten zu finden - nirgends - keine - nein! Für seine Morgenmuffeligkeit bekannt habe ich es mehrfach neu gestartet, aber nein, das GPS-Netzwerk war über Nacht geschlossen abgeschaltet worden. Das konnte nun wirklich nicht sein - also: was hatte sich seit der letzten erfolgreichen Benutzung geändert? Irgendwann kam ich drauf - in Vorbereitung dieser Reise hatte ich nicht benötigte Anschlüsse auf der Rückseite des Geräts mit Silikon versiegelt da die Original-Verschlusskappe abhanden gekommen war und ich befürchtete das dort Wasser eindringen könnte. So auch die Buchse für den externen Antennenanschluß. Sollte das Silikon etwa elektrisch leitend sein und die Antenne kurz schließen?

Kurzer technischer Stop und mit einem Schraubendreher und Wattestäbchen das Silikon aus der Antennenbuchse gepult. Plötzlich waren auch die Satteliten wieder da - meine Position wirde auf drei Meter genau mitten im Kanal angezeigt. Offensichtlich hat dieses Navi nautische Fähigkeiten...

Zweites Rätsel: ich fahre entlang des Kanals und der Tacho hat es gemerkt und sich aktiviert - aber die angezeigte Geschwindigkeit ist genau Null, egal wie schnell ich fahre. Was war da los? Ich brauche doch dringend meine aktuelle Geschwindigkeit um angemessen frustriert über meine Langsamkeit zu sein... Wie sich heraus stellen sollte hatte ich beim Rücksetzten des Kilometerstands auch gleich den Umfang meines Voderrads auf Null gesetzt. Deswegen fuhr ich auch keine Geschwindigkeit. Aber wie war noch mal die Tastenkombination um das einzustellen und welchem Umfang hat verdammt noch mal mein Vorderrad. Da hatte ich erst mal was zu Nachdenken...

Mein Weg führte mich durch verschieden bepflanzte Felder, es ist erschreckend zu sehen in welchem Zustand die Pflanzen sind - der Mais ist nicht höher als einen Meter und versucht bereits in dieser Größe irgendwie noch einen Frucht bilden. Über große Strecken ist alles trocken gefallen und die Bäume haben bereits auf Herbst umgeschaltet - überall liegen trockene Blätter herum.

Kurz vor Wesel gab es die nächste Überraschung - mich hatte schon eine Weile ein sonderbares Quietschen irritiert dessen Ursprung ich mir nicht erklären konnte. Die Lenkung wurde zunehmend schwammiger - das konnte nicht allein von den Tasche an der Vordergabel liegen. Ich unterzog die Lenkung einer genaueren Überprüfung: die Achse des Vorderrads war gebrochen. Na Toll! Neun Kilometer bis zum nächsten Fahrradgeschäft. Ich versuchte so langsam wie möglich weiter zu fahren - mit mäßigem Erfolg. Die Geräusche wurden immer schlimmer und es fühlte sich an als wenn ich mit angezogener Handbremse fahren würde. Knappe zwei Kilometer vom rettenden Fahrradhändler hatte sich das Vorderrad so verklemmt das es nicht mehr zu fahren war - genau vor einem Haus mit Garten. Hinter dem Zaun ein Hund der interessiert dabei zusah wie ich die Reste meines Gefährts auf dem Hinterrad in die Einfahrt balancierte. Keine Klingel am Gartentor, aber an der offenen Haustür. Ob mich der Hund wohl rein lässt? Ich redete freundlich mit ihm und tatsächlich durfte ich das Tor öffnen und mich weiter freundlich redend auf die Haustür zu zu bewegen. Von drinnen kam eine zweiter Hund - aufgeregt wedelnd - ich redete auch mit ihm freundlich. Bis zur Treppe schaffte ich es. Dann Drückte mir Hund zwei seine Nase in den Schritt und knurrte - leider waren meine Arme zu kurz um von hier aus an die Klingel zu kommen. Also probierte ich es mit Rufen - tatsächlich kam jemand aus dem Haus - und der Mensch war gern bereit mich für meinen Einkauf zum Radhändler zu fahren - eine tolle Sache bei der Hitze. Der Rest ging dann ganz schnell - Reifen und Reflektoren umbauen und fertig war das neue Vorderrad.

Das Berliner Tor in Wesel

Drei Stunden Zeitverlust - das heutige Tagesziel, Nijmwegen konnte ich mir abschminken. Ein kurzer Schlenker durch Wesels Innenstadt und dann raus über die Niederrheinbrücke Richtung Osten. Sie wurde nach dem Krieg neben den völlig zerstörten Brücken errichtet. Wesel war durch die Bombardements im Krieg völlig zerstört worden. An den meisten Stellen strahlt den Besucher die hastige Architektur der fünfziger und sechziger Jahre an.

Die Niederrheinbrücke bei Wesel - im Vordergrund die Reste einer alten Eisenbahnbrücke

Bis Xanten habe ich es geschafft - dann suchte ich mir einen Platz für's Zelt. Es sollte 'Campingplatz und Gaststätte Bremer' werden. Eher ein Platz für Dauercamper mit angeschlossener Gaststätte in einem Waldgebiet an einer kleinen Durchgangsstraße gelegen. Die vorübergehenden Gäste schlagen ihr Lager auf einer Wiese am Waldrand auf der anderen Straßenseite auf - die befindet sich ein guten Stück vom eigentlichen Campingplatz entfernt. Die anderen Gäste haben den Weg zum Waschhaus mit dem Rad gemacht. Mein direkter Nachbar nutzte dafür ein Moped... Man sollte sich auch seinen eigenen Schatten mit bringen denn außer dem Wald gibt es da nichts was den Platz von der Sonne abschirmt.

Für eine Nacht war es jedenfalls okay - ich baute unter den neugierigen Blicken der Vögel am Waldrand mein Zelt auf...

Samstag 15.07.: Görsbach - Berga - Roßla - Sangerhausen

Heute habe ich die Gedenkstätte Dora besucht. Für elf Uhr war eine Führung angeboten in deren Rahmen man auch in den Stollen unter dem Berg kommen kann.
Auch wenn ich schon viel über diese unterirdische Produktionsstätte gehört habe, hat sich die Führung doch sehr gelohnt - es gab noch wesentlich mehr Wissenswertes zu erfahren…
Der oberirdische Tel des Lagers war nicht so geplant worden wie man das von den anderen Vernichtungslagern kennt. Die Baracken sind nach Bedarf mehr oder weniger improvisiert in das ansteigende Gelände des Tals gestellt, was einen Überblick über das Lager bzw eine effektive Bewachung durch die SS so gut wie unmöglich machte. Die Zahl der Zwangsarbeiter steig in den eineinhalb Jahren bis zum Kriegsende kontinuierlich bis auf 20.000 an. Die Menschen mußten im Berg an der Montage der V1 und V2, aber auch für die Produktion von Turbinen für Junkers schuften. Hierfür brauchte man Menschen die technische Qualifikationen aufwiesen. Sie wurden für die Aufgaben in den unterschiedliche Konzentrationslagern des Landes, teilweise auch von Werner von Braun persönlich, gemustert und nach Dora verlegt. Natürlich beschäftigte man auch Menschen ohne spezielle Qualifikationen, aber wer in der Produktion arbeitete, genoß eine bessere Behandlung, will heißen, das er Zugang zu Nahrung hatte die nicht so verdorben wie die der Anderen war und zusätzlich Dinge für sogenanntes ‚Lagergeld‘ kaufen konnte. Man konnte für das Geld in ein Kino gehen, wo deutsche Propagandafilme gezeigt wurden - wenig beliebt bei fast durchweg nicht-deutsch-sprachigen Häftlingen. Es bot sich auch die Möglichkeit in eine Lager-Bordell zu gehen. Man hatte die Idee das diese Möglichkeit die Arbeitsmoral verbessern würde. Die Frauen in diesem Bordell waren aus anderen Konzentrationslagern nach Dora verlegt und zu dieser Tätigkeit gezwungen worden.
Um Dora herum gab es noch zahlreiche weitere Lager, so das man sagen kann das sich quasi überall im Harz Einrichtungen befanden in denen sich Häftlinge befanden. Sie wurden, wie die Leute aus Dora auch, an die Firmen im Harz gegen kleines Geld vermietet. Durch den Krieg gab es Arbeitskräftemangel und diese Leute waren wesentlich billiger als es reguläre Angestellte jemals hätten sein können.
Eine Flucht aus diesen Lagern war quasi sinnlos. Die Bevölkerung im Harz erkannte einen entflohenen Häftling sofort und lieferte ihn in den meisten Fällen wieder bei den Lagern ab. Das Lagerwesen war eng mit der Zivilbevölkerung verwoben. In Dora zum Beispiel arbeiteten auch zivile Kräfte aus der Umgebung als reguläre Angestellte. Sie waren quasi die Vorgesetzten der Häftlinge und überboten sich teilweise in der Brutalität gegenüber diesen Menschen. Es gab zwar auch Hilfsbereitschaft von Seiten der Zivilarbeiter aber die Mehrheit zeichnete sich eben durch Brutalität und Gleichgültigkeit aus.
Die Arbeit in den Tunneln von Dora war natürlich darauf angelegt das die Häftlinge an Auszehrung sterben würden. Man kann durchaus sagen das die ‚Wunderwaffe V2‘ wesentlich mehr Menschen während der Produktion und Montage getötet hat als die flugfähigen Modelle durch Treffer töteten - nur knapp ein Viertel der der knapp 6000 produzierten Raketen waren überhaupt einsatzfähig.
Die Gedenkstätte selbst hat mehrfache didaktische Veränderungen erfahren. In den sechziger Jahren gab es bereits eine Ausstellung unter dem bezeichnenden Titel ‚Die Spur führt nach Bonn‘ - man hatte damals anscheinend kein gesteigertes Interesse daran, die Verwebung der Bevölkerung mit dem Lagerwesen zu beleuchten. Damals hatte man im ehemaligen Lager-Krematorium Wände entfernt um dort Material auszustellen.


Die Baracken des Lagers wurden an anderer Stelle als Notunterkünfte verwendet und teilweise wurden die Steinbauten geschliffen, so auch das Gefängnis (gegen den ausdrücklichen Willen der überlebenden Häftlinge)
Es wurden Bauten und Denkmäler errichtet die das Geschichtsverständnis der damaligen Zeit und Politik widerspiegeln und so diente der Appellplatz des Lagers auch als Bühne für militärische bzw. ideologische Inszenierungen. Diese Installtionen sind heute noch erhalten. Sie bieten eine guten Perspektive darauf wie man eine gemeinsame Geschite in einem geteilten Land interpretieren und nutzbar machen kann. In der Führung ist auch der Besuch des inzwischen wieder zugänglich gemachten Stollensystems im Berg enthalten. Nachdem wir im Sonnenschein an der Oberfläche gehört haben das die Häftlinge zu Beginn des Lagerbetriebs in dem Tunnelsystem ohne angemesene Bekleidung und Unterbringung leben und arbeiten mussten, bekamen wir nun während des knapp 40-minütigen Aufenthalts eine Idee davon wie unangenehm es in den Tunneln doch ist. Ein Großteil der Gruppe fröstelte in den feuchten Höhlen vor sich hin. So beeindruckend es auch ist, den in Stein gehauenen Wahnsinn aus nächster Nähe zu sehen, ich war froh, wieder an der Sonne zu sein.

Ich kann einen Besuch der Gedenkstätte durchweg empfehlen - sie vermittelt einen guten Eindruck darüber wie Ausbeutung und Vernichtungim industriellen Maßstab funktioniert.
Auf dem Weg aus Nordhausen präsentierte sich mir als Ort der interessanten Widersprüche. Als ich gestern in der Stadt ankam bin ich auf meiner Suche nach einer Sparkasse in ein Veganes Straßenfest geraten. Die Straße war dafür komplett gesperrt und es sah vom Publikum klischeehaft auch alles sehr nach vegan aus ;-)
Heute während der Führung war ein erheblicher Teil der Besucher aus den Niederlanden, Belgien und Dänemark, vermutet Ländern aus denen damals auch Zwangsarbeiter kamen. Unter den Besuchern die ohne Führung das Gelände frei erkundeten fielen mir Gruppen mit kahlrasierten Männern auf die martialische Tätovierungen mit teils eindeutigen politischen Aussagen zur Schau trugen - ich vermute, die haben die Gedenkstätte wohl eher individuell gedeutet. In Nordhausen habe ich noch schnell einen Netto aufgesucht um meine Vorräte zu ergänzen und bin in dem Laden in ein Rudel Dorfpunker geraten, was auf der Kreuzung vor dem Laden gleich wieder durch zwei vollrasierte Skinheads mit Runentätovierungen relativiert wurde. Keine Ahnung wie das alles zur Deckung kommen soll aber irgendwie scheint es ja zu gehen ohne das die Stadt in Flammen auf geht


Mein Weg sollte mich von Nordhausen aus über diverse Dörfer nach Sangerhausen führen, wo eine Bahnanlage vor sich in dämmert. Früher wurden hier Lokomotiven bereit gestellt die die Züge auf ihrem Weg durch den Harz Schieben halfen :Mit der Teiliung Deutschlands waren diese Bahnstrecken unterbrochen und das Bahnbetriebswerk hatte massive Überkapazitäten. Dort bin ich auch auf ein ehemaliges Freilichtkino getroffen - die Welt ist hier voll von vergessenen Zeugen der Zeit.


Ich habe meinen Weg über diesen Ort hinaus fortgesetzt - ich hoffte auf einen Campingplatz.
Der wollte aber nicht kommen, weswegen meine Reise heute mit Zelten In der Pampa endete.

Freitag 14.07.: Sülheyn - Werna - Wolfleben - Nordhausen

Mein Tag begann mit einem schönen Frühstück an den Resten des Lagerfeuers. Heute wird ein Drehteam in dem Erholungsheim Aufnahmen für eine Zombie-Film machen. Ich wollte nicht auf die Zombies warten und machte mich auf den Weg tiefer in den Wald.

Der Fahrweg der Grenzpatrouillie bzw. der alte Grenzverlauf


Dieses Mal führte mich mein Weg sklavisch nach den Google-Anleitungen. Das klappte trotz Misstrauen meinerseits verdammt gut. Ein Stück folgte ich dem alten Patroullienweg der Grenzsoldaten, sonst geschottertes Wirtschaftswegen für die Forstwirtschaft, die aber immer als Radwege ausgewiesen waren. Einziger Wermutstropfen: an Steigungen oder Gefällestrecken ist hier der Schotter so ausgewaschen das sich in den Fahrspuren kleine Muränen aus lockeren Steinen bilden die das Fahren mit dem Rad zu einem Konzentrationsspiel machen. Wenn die Räder auf den lockeren Schotter gelangen rutschen sie unkontrolliert weg oder drehen durch. Mir blühte eine lange Gefällestrecke auf der ich mich umsichtig herunter Bremsen mußte um nicht die Kontrolle über das Rad zu verlieren. Als in unvermittelt vor meinem Ziel stand roch es verdächtig nach Bremsbacke…
Diesmal sollte es keine Kurklinik sondern eher ein richtiges Krankenhaus sein - vermutlich auch wieder für Lungenkranke. Hier fand sich eine Liegend-Anlieferung, ein OP-Bereich, Intensivstation, Isolationszimmer, Röntgen und Bestrahlungsbereich. Ich würde mal vermuten das man sich im Lauf der Nutzung dieses Gebäudes auf die Behandlung von Krebspatienten verlegt hat und wohl auch Chemotherapien angeboten hat. interessante Frage: wie wohl das Abwasser der Klinik entsorgt wurde. Vielleicht gibt es hier im Harz mal eine ganz andere Quelle für Bodenverseuchung…


Trotzdem der Bau Betondecken hat ist der Zustand bedenklich. Durch das Dach dringt Wasser in das Gebäude ein und der Frost wird mit Hilfe des Wasser das Gestein schon ordentlich mürbe gemacht haben, was eine Erforschung der oberen Stockwerke ausschloß.
Außerdem zeigen Sich Risse im Mauerwerk, die erkennen lassen das sich das Gebäude in unterschiedlichen Richtungen auf den Weg ins Tal machen will.


Schade das das Haus aufgegeben wurde - die Lage ist wirklich toll.
ab hier führte mich mein Weg weiter nach Nordhausen, wo ich das Werk bzw. die Gedenkstätte Dora besuchen möchte. Ich kam so in Nordhausen an das ich den Besuch auf den nächsten Tag verlegen mußte. Ich fuhr in den Ort und suchte mir eine Jugendherberge - es sollte die Rotleimmühle sein. Sie hatten dort so kurzfristig ein nettes Einzelzimmer zur Verfügung und ich konnte mein Rad sogar in einem Raum unterstellen -. Super!
Ich nutzte die Gelegenheit, die zahlreichen Bilder des Tages von der Karte herunter zu laden und zu sortieren.Dabei sollte ich eine herbe Überraschung erleben. Kurz nach dem Erkennen der Bilder stürzte die Karte ab und präsentierte sich als völlig leer - toll!
Da durfte ich jetzt also meinen Abend mit einer Datenrekonstruktion verbringen. E ist übrigens die dritte Transcend-Karte in meinem Besitz die mich mit einem solchem Feature zu bezaubern versucht. Ich sollte mein Kaufverhalten verändern…
Mit Hilfe der Kommandozeilen-Tools Testdisk und PhotoRec gelang es auf der Karte eine Dateistruktur zu etablieren und eine Scan nach Bilddateien durchzuführen. Nach Zwei Stunden gespannten Wartens waren die Bilder von heute alle entdeckt und ausgelesen - und noch ein paar Generationen von Bildern davor - das Programm ist halt gründlich.

Retter in der Not: PhotoRec - das freie und sehr zuverlässige Tool für die Kommandozeile


Schade eigentlich - ich hätte meinen Abend lieber anders verbracht, aber dieses Problem hat mir keine Ruhe gelassen. Immerhin ist es damit gelungen alle 1500 Aufnahmen zu retten - und knapp fünf Zyklen früher aufgenommener Fotos

 

Donnerstag, 13.07.: Elend - Sorge

Die Nacht war wild und feucht - zum Glück alles außerhalb des Zelts. Der Wind war so heftig das sich das Zelt ein paar mal auf mich runter gedrückt hat. Morgens war das Unwetter vorbei und die Sonne machte Astalten durch die Wolken zu kommen.
Ich packte meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg nach Schierke. Der Campinglatz liegt an einem früheren Grenzübergang oben auf dem Berg. Nach Elend geht es von hier aus bergab - also, die Straße entlang mit über 50 Sachen den Berg runter gebrettert - gut. das ich diesen Weg nicht hoch gefahren bin. Die mir entgegen komenden Radler sahen doch sehr verzweifelt aus - sonst ja eher meine Rolle…
In Sorge gibt es ein Grenz-Freilichtmuseum. Dort kann man einen erhaltenen Teil der Grenzbefestigung besichtigen und erlaufen. Das macht einem die Größe des zu überwindenden Abschnitts bewusst. Übrigens ist der rostfreie Streckmetall-Maschendraht der für den Grenzzaun verwendet wurde ein westdeutsches Produkt das die DDR seinerzeit mit dem Umweg über Schweden als Zwischenhändler gekauft hat. …die einen haben keine Absicht eine Mauer zu bauen und die anderen wollten nie dabei mit helfen - wir haben schon eine komische Vergangenheit.
Wer die kanpp 1,5 km Grenzzone überwinden konnte hatte jedenfalls übermenschlich viel Glück - die meisten starben dabei.


Meine nette Navigationshilfe meinte, ich solle von da ab einfach dem Weg entlang des Grenzzauns folgen - der schien mir aber so überhaupt nicht Fahrrad-geeignet, wewegen ich doch lieber der Straße durch Sorge zu meinem nächsten Ziel folgte. So kam ich am Bahnhof im Ort an dem kleinen Grenzmuseum vorbei, in dem ein sehr beredter und engagierter Mensch viel Wissenswertes über die Zeit der deutschen Teilung erzählte. Außerdem fand sich eine reizende 20%-Steigung die ich hätte vermeiden können wenn ich auf mein Garmin gehört hätte - als der ursprünglich vorgeschlagene Weg mit meiner Route zusammen lief sah er jedenfalls sehr schön und gut fahrbar aus…
Über teilweise geteerte Wirtschaftswege ging es weiter zu meinem heutigen Tagesziel - des Johanniter-Sanatorium. Als ich an dem Gelände ankam konnte ich feststellen das es eingezäunt war und man sich per Hupe oder Anruf melden solle wenn man als Fotograf rein wolle. Ich war drauf und dran wieder weg zu fahren - dann hat mich aber doch die Neugier gepackt und ich habe die Telefonnummer am Tor angerufen - und einen Anrufbeantworter voll gequatscht. Ich sagte das ich noch eine am Tor herumlungern würde und mich über einen Rückruf freue.
Egal was nun dabei raus kommt - ich verschlechtere mich ja nicht.
Ich hatte gleich in mehrfacher Hinsicht Glück. En mal meldete sich sehr schnell jemand zurück und ich durfte tatsächlich auf das Gelände. Mir wurde das Tor vom Pächter des Geländes aufgemacht, der mich aber auch quasi sofort erst mal mit der Hausordnung vertraut machte. Ich musste mich auch erst mal mit meinem Namen und Kontaktdaten in eine Liste eintragen - falls es sich im Nachhinein herausstellen sollte das ich Probleme machen würde. Dann bekam ich eine Einweisung in das Gebäude und die Regeln wenn ich drinnen herumlaufen wolle. Ich bekam alle Etagen gezeigt und die Markierungen die Räume und Bereiche kennzeichneten in die ich wegen bedenklichem Bauzustand nicht hinein gehen sollte. Außerdem bekam ich Tipps, was ich mir unbedingt ansehen sollte und von wo aus man tolle Blickwinkel auf das Haus hätte. Nach der Kurzführung durfte ich mich in und um das ehemalige Kurheim frei bewegen.
Für mich ein Erlebnis der unerwarteten Art. Sonst, wenn ich in ein Gebäude gehe, bin ich immer sehr aufmerksam auf Geräusche und Tragfähigkeit von Strukturen, nie wissend, wo sich eigentlich ‚gute‘ Szenerien zeigen werden. Und natürlich immer darauf lauschend ob jemand sich den Gebäude nähert oder im Gebäude ist.
Dieses mal konnte ich ich ganz aufs Fotografieren konzentrieren und in Ruhe das verbleibende Tageslicht ausnutzen.
Es boten sich tolle Einstellungen. Schade nur, das aus dem Haus schon alles entfernt ist was man von der Ausstattung gebrauchen konnte. Selbst das Parkett war teilweise schon geklaut worden. Es hatte in dem Haus aus mehrfach Brandstiftungen gegeben was dem Dach sehr zugesetzt hat. Es ist an vielen Stellen undicht und das Gebälk ist teilweise eingebrochen.
Das Haus hat eine Wechselvolle Geschichte. Ursprünglich als Kurklinik für Lungenkranke - hauptsächlich Tuberkolose - startete das Haus Anfang des letzten Jahrhundertsals Einrichtung für Frauen. Später kam auch noch ein Haus für Männer dazu. Die Johanniter hatten sich beim bau nicht knickrig gezeigt. Die Großzügigkeit und Solidität der Architektur spricht Bände. Der Betrieb des Kurheims war allerdings mit Errichtung der Deutschen Grenze vorbei. Das Gebäude befand sich auf Ostdeutscher Seite im Sperrgebiet und die Johanniter wurden gezwungen des Bau aufzugeben.
Nach einer kurzen Zeit ohne Funktion wurde das Haus dann in ein ‚Erholungsheim‘ für Parteimitglieder umgewandelt. Der Verteidigungsminister der DDR hatte im ehemaligen Männertrakt sogar eine eigene Wohnung und reiste mit dem Helikopter an. Betrieben und umgebaut wurde das Haus durch die NVA und so mancher ‚Bonze‘ fand sich hier mit einer angedichteten Erkrankung zur ‚Genesung‘ ein. Anscheinend hatte man bei denen nicht die Angst das sie über die Grenze flüchten würden…


Das in dem Haus irgendwie besondere Gäste gewesen sein mussten kann man auch an kleinen Details erkennen. Beispielsweise ist die ehemalige Kapelle des Hauses in einen Kinosaal umgebaut worden. Der Vorführraum dort war offensichtlich für 36mm Kinofilm ausgerüstet gewesen. Es gibt dort Projektionsfenster für zwei Projektoren und einen Aufbewahrungsregal in das von der Größe genau die Akte eines Kinofilms passten. eine solche Ausstattung konnte nur von geschultem Personal bedient werden.
Die mobilen Kinovorführer der DDR hatten normalerweise Filme auf 16mm Schmalfilm und einen entsprechenden Projektor. Ein Kinofilm hatte bei einem solchen Setting immer mindestens eine Pinkelpause weil die Vorführung für den Rollenwechsel unterbrochen werden musste.
Der Kinosaal hier hatte eine vollwertige Ausstattung für ein offensichtlich elitäres, aber kleines Publikum…
Nach dem Mauerfall versank das Gebäude im Dornröschenschlaf, nur unterbrochen von Metalldieben und Vandalen.
Ob der aktuelle Besitzer hier den Traum von einem Luxushotel noch verwirklichen können wird, sei mal dahin gestellt. Der Pächter bietet kontrollierten Zugang zu dem Bau, was Fotografen und Filmteams zu schätzen wissen. Mehr kann man mit der Bude vermutlich nicht mehr anstellen.
Als ich mit meinen Aufnahmen fertig war hatte es schon halb sechs. Ich fragte den Pächter nach einen Campingplatz auf meiner Route - es sollte da keinen geben. Er bot mir an, ich könne doch die Nacht auf dem Heuboden verbringen und mit ihm und seinen Gästen am Lagerfeuer zu Abend Essen.
Das war ne echte Überraschung. Ich bekam ein trockenes Plätzchen auf Stohballen und sogar eine Steckdose für die Nacht. Und einen schönen Abend mit interessanten Leuten och dazu. Es sollte fast Mitternacht sein als ich das Lagerfeuer verließ um mich Schlafen zu legen

Mittwoch, 12.07.: Braunlage - Elend - Schierke

Mir ist heute ein früher Start gelungen - um acht Uhr bin ich schon vom Platz gerollt. Heute Mittag sollte es anfangen zu regnen und stürmisch werden. Heute wollte ich mir Schierke ansehen - eine Stadt die aufgrund ihrer Bauten von einer wohlhabenden Vergangenheit erzählen, aber auch gleichzeitig von der Stagnation zeugen kann.
Im Harz liegen die Orte immer in den Tälern - so ging es von Braunlage nach Elend erst mal über eine Berg - so richtig rund wollte das noch nicht mit mir und dem Rad laufen, aber ich bin gut angekommen.

In Elend wurde ich von einer Frau angesprochen als ich angesichts der Steigung am Ortsausgang ein kleines Päuschen machte. Ich könne doch einen Radweg durch das Elendstal fahren - der würde viele der Steigungen vermeiden die mir die Straße noch zu bieten hätte. Solche Tipps bekommt man gern. Also bin ich zurück gefhren und in den Weg eingebogen (den mir übrigens auch die Navigation angeboten hatte, aber seit letztens hege ich da ja gewisses Misstrauen…)
Im Elendstal folgt der Weg einem Bach der sich seinen Weg durch ein Bett aus großen Granitsteinen bahnt - tolles Fotomotiv…


In Schierke angekommen hatte es auch angefangen zu regnen - viel zur früh! Anscheinend haben die Wolken den Wetterbericht nicht mit bekommen. Ich habe mein Rad unter dem Vordach eines zur Zeit unbewirtschafteten Hauses geparkt und den Ort zu Fuss erkundet. Die Kirche und der Friedhof erzählen nicht von einer reichen Vergangenheit. Die Kirche ist klein, dunkel und karg. Auf dem Friedhof gibt es schlichte Gräber und neben der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkriegs aus dem Ort. Es hat einen bizarr aus dem Stil gefallenen Abschlussstein - ob das wohl schon immer so war?


Ich bin in den Ort gekommen um leer stehende Pensionen und Unterkünfte zu finden - besonders suche ich nach einem FDGB-Erholungsheim.
So richtig wills nicht klappen. Nachdem ich mir ein Hotel näher angesehen hatte, das wenig bot habe ich in der aktuell recht verlassenen wirkenden Ortschaft einen Bäcker gefunden bei dem ich einen Kaffee und ein Stück Kuchen bekam.
Auf gut Glück fragte ich die Beschäftigten nach dem Erholungsheim. Eine der Beiden konnte sich an einen Kunden erinnern der davon erzählt hatte beim Erholungsheim gewesen zu sein. es müsse irgendwo in ‚der Richtung‘ sein - sie zeigte mit dem Arm.
Ich freute mich über die Auskunft und wanderte tapfer in die angegebene Richtung. Es sollte die Straße auf den Brocken sein. Immer Ausschau nach einem alten, großen Gebäude haltend bewunderte ich die Landschaft. Es hat schon etwas Bizarres wenn ein Wald zwischen Geröll herauswächst dessen steine teilweise so groß sind wie Kleinwagen. Tolle, Moos bewachsene Formationen. Ich wanderte immer weiter den Berg hinauf, aber ein baufälliges Erholungsheim gab’s nicht.

Ich entschloss einem Wanderweg zu folgen der zurück nach Schierke führte, konnte noch mehr Granitbrocken mit Moss drauf bewundern und kam desillusioniert und bis auf die Knochen durchnässt in den Ort zurück.
Ich habe mein Erholungsheim dann doch noch gefunden - es klebte am Berg direkt oberhalb von dem Haus wo mein Rad geparkt war! Ich hätte mich nach meinem Besuch der Kirche einfach mal umdrehen sollen. dann hätte ich es direkt gesehen - es hat sogar eine Leuchtreklame mit großen Buchstaben an der Front als wolle es nach mir rufen - geleuchtet haben die Buchstaben natürlich nicht. Gut das der Tag noch recht jung und ausreichend Tageslicht für einen Besuch übrig war.
Also, für einen Beusch von dem was von dem FDGB-Erholungsheim noch übrig war. Das eigentlich verspielt-imposante Gebäude hat seit seiner Schließung wenig Glück gehabt.

Anscheinend hat es mindestens einmal in dem Gebäude ordentlich gebrannt und das Dach hat so viele Undichtigkeiten das bei dem Regenwetter quasi von allen Decken Wasser heruntertropfte - und das bereits im Erdgeschoss. Eine umfassende Erkundung des Hauses habe ich wegen fragwürdiger Tragfähigkeit der Struktur unterlassen. Außerdem hörte ich mit einem mal das noch andere Leute in dem Bau unterwegs waren. Ich hatte keine Lust, denen zu begegnen oder gar Zeuge davon zu werden das sie irgendwo in dem Bau durchbrechen, so wie sie polterten.
Ich hatte genügend Motive und große Lust mein Zelt aufzuschlagen und mich in meinen hoffentlich trockenen Schlafsack zu kuscheln. Einen Kilometer außerhalb vom Ort gibt es einen Campingplatz (natürlich oberhalb vom Ort!). Dort bin ich in strömendem Regen hin gestrampelt. habe eingecheckt, mein Zelt so schnell es ging aufgeschlagen und meine Sachen so trocken es ging da rein geworfen. Beim Aufpoppen des Zelts kommt mir aus den Falten eine missmutig gelaunte Motte entgegen geflattert - die hatte ich wohl heute Morgen mit eingepackt. Als sie in den Regen gerät dreht sie sofort um und fliegt ins Zelt zurück…
Heute ist es sehr windig - da gibt es auch mal vier Erdhaken für die Ecken. Es gibt noch ein paar Zelte mehr auf dem Platz, sie wirken aber verlassen - ich treffe die Bewohner alle im Aufenthaltsraum beim Sanitärgebäude zusammengedrängt - gemütlich ist es heute da…
Ich habe mich erst mal eine halbe Stunde unter die heiße Dusche gestellt und anschließend den Sanitärbereich mit meinen nassen Sachen zum Trocknen dekoriert - der Flur und der Aufenthaltsraum war schon von den Anderen mit ihren nassen Klamotten belegt worden. Ich habe noch ein bisschen Strom um meinen Tag zu schreiben und die Bilder zu sortieren. internet gibt’s hier nicht und Mobilnetz erst recht nicht - das mit dem ‚Online‘ kommt dann wohl eher demnächst…
Während ich in meinem Zelt liege prasselt das Wasser ununterbrochen herunter und der Wind drückt das Zelt aus unterschiedlichen Richtungen zu Boden - heute geht’s heftig zu! Eva schickt mit eine SMS in der sie mich auf das noch zu erwartende Wetter der Nacht und die ungewöhnliche Kälte aufmerksam macht - ich zieh mich mal dicker an…

Dienstag 11.07. Osterode - Herzberg - Bad Lauterberg - Braunlage

Die Nacht hat es noch schön weiter geregnet. Morgens habe ich meine irgendwie klammen Sachen zusammengepackt und gehofft das über den Tag die von gestern noch nassen Bekleidungsstücke malerisch auf das Fahrrad drapiert damit sie im Lauf des Tagen trocknen. Es sieht heute nach schönem Wetter aus.

Beim Beladen des Rades stelle ich fest das eine der Schrauben, die den hinteren Stoßdämpfer halten, gebrochen ist. Das dürfte eine Nachwehe von Gestern auf dem Wasserweg sein. Die Hopserei auf den Baumwurzeln dürfte ihr den Rest gegeben haben.
Da ich ja offensichtlich gestern schon mit der gebrochenen Schraube noch durch die Gegend gefahren bin, kann ich es zumindest für ein kurzes Stückchen auch heute noch wagen. Beim Aufbrechen lasse ich mir von einem Mitarbeiter des Platzes den Weg zum nächsten Baumarkt beschreiben. Auf dem Weg treffe ich auf einen Fahrradgeschäft mit angeschlossener Werkstatt - also versuche ich es erst mal da. Was soll ich sagen? ‚Fahrrad Müller‘, das musste ja klappen. Auch wenn der Betreiber bei dem Wort ’Liegerad’ lange Zähne bekam, suchte er tapfer eine Schraube für mich raus die auch richtig gut passt. Nach kurzer Zeit konnte ich mit einer richtig gut federnden Hinterrad-Gabel weiter fahren.

Bei der nächsten Tanke habe ich den Reifen noch mal neuen Luftdruck spendiert - heute soll das Rad richtig gut rollen.
Erwartungsgemäß ging es wieder fast ununterbrochen bergauf - mal mehr, mal weniger, aber immer bergauf.
Die Gegend veränderte sich zunehmend in Zonenrandgebiet. Trotzdem die Wende schon lange vorbei ist stahlen die Orte das immer noch aus. es gibt viel Geschäfts- und Wohnungsleerstand.
In einem Ort hinter Herzberg habe ich Rast auf einer Bank gemacht. Die stand vor einem Haus in dem ein Heizungsmonteur sein Geschäft hat.

...mal ne Pause machen

Mit dem Mann bin ich ins Gespräch gekommen. Er erzählte mir das er als junger Mann auch viel mit dem Rad gefahren sei. 1954 währe er mit einem Freund zusammen bis zur Ostsee und zurück geradelt. Auf dem Rückweg hätten sie oft nichts zu trinken gehabt. der Sommer war damals so heiss das die Bauern auf der Strecke kein Wasser mehr in ihren Brunnen hatten. Gut, das meine Probleme heute etwas überschaubarer sind.
Weiter ging es durch den Kurort Bad Lauterberg, der schon mal bessere Zeiten gesehen hatte. In dem Ort gibt es viele Hotels die von den Ausmaßen her auf eine große Vergangenheit schließen lassen, aber leer stehen. Das Kurhotel selbst ist noch in Betrieb und es sind auch Kurgäste im Park unterwegs. Geschäftsleerstand können sie hier auch ziemlich gut.
Dann ging es an der Ockertalsperre vorbei - sie ist für eine Talsperre ungewöhnlich leer. Ob das daran liegt das an der Talsperre zur Zeit renoviert wird oder das es wenig Regenfälle gab, weiss ich nicht zu sagen. Der Wasserstand ist jedenfalls so niedrig das man Bauten sehen kann die sonst im Wasser verborgen sind. Leider konnte ich davon keine Fotos machen - auf der Straße die ich befuhr war zu viel Verkehr so das ich nicht gefahrlos hätte anhalten können.


Am Oderhaus habe ich noch mal eine Pause gemacht - hier heisst alles irgendwie mit ‚Oder‘. Es war eine Illusion, anzunehmen das ich so dann beschwingt den Berg hoch radeln könne. Meine Beine fandens doof. Ich hatte richtig Glück das auf der Länge der Steigung einer der drei Spuren wegen Randbeschädigungen abgesperrt war. Der Fahrer eines Baufahrzeugs riet mir, ich solle den Berg in der Baustelle hoch fahren, da sie mir auf den offenen Spuren nur den Arsch abfahren würden. Das war zwar auch meine Idee gewesen, aber wirklich nett, das mal einer so initiativ mit denkt. So habe ich mich dann etappenweise die Steigung hoch gekurbelt und fühlte mich irgendwie an den Weg zur Kaysereiche erinnert. Die zu überwindende Höhe war etwa dieselbe. Oben angekommen sollteich auf 560 Metern sein. Nurt ging es auf dem Untergrund wesentlich schneller. Auf dem Berg winkte der Naturpark Hochharz mit tollen Wandermöglichkeiten, aber auch mit dem Campingplatz Braunlage, der mir in meinem Zustand genau richtig kam.
Ein sehr schön, terrassenartig in ein Tal angelegter Platz mit schön gemähter Wiese. Alle Plätze sind eben und die Sanitär-Baracke hat mich echt beeindruckt. Von außen sieht das Gebäude ja irgendwie aus wie von vor 50 Jahren, aber innen ist alles neu renoviert, geschmackvoll und sauber. Zum Duschen braucht man keine Marken oder Münzen und es gibt neben den Santäreinrichtungen auch einen Raum mit Wasch- und Kochgelegenheiten. Ich habe dort mal den Wäschetrockner ausprobiert. Meine Sachen sind heut nicht trocken geworden und morgen soll es wieder regnen. Da ist es besser, wenn morgens gleich alles trocken in der Tasche ist.
Der Campingplatz ist übrigens ganzjährig offen, Hunde sind explizit gern gesehene Gäste, was darin gipfelt das an der Rezeption sogar ein Spender für Kackbeutel ist.


Ich habe für diese Nacht einen Platz ein einem murmelnden Bächlein - und mein Rad hat endlich auch einen Ständer bekommen - warum ich nicht schon eher auf die Zweitverwendung für das Stativ gekommen bin, weiss ich nicht.

Dinge, die man auch mit einem Stativ tun kann...

Montag 10.07. - wie ich es gerade mal bis Osterode schaffte….

In der Nacht hat es geregnet - es ist schön in einem Zelt zu liegen und dem Geräusch der Wassertropfen zu lauschen. Als ich Morgens wach wurde war das Wetter trocken und mir gelang der auf dieser Reise erste, ziemlich koordinierte Aufbruch in den Tag. So schnell war das Rad noch nie mit Taschen behangen und Abreisefertig.
Nach den Erfahrungen von Gestern habe ich mir vor genommen, den Weg nach Braunlage nach Straße zu fahren.
nach kurzer Zeit traf ich auf einen künstlichen Damm der Wasser führte - der Sperberhaier Damm war vor gut 300 Jahrenunter enormen Anstrengungen angelegt worden um das Wasser zu den Gruben im Bereich Clausthal zu führen.

Eigentlich hätte ich entlang dieses Damms meine Strecke fortsetzen können und so die Fahrt durch die Senke vermeiden können, der die Straße folgte. Aber machmal hat man eben ein Brett vor dem Kopf. Als ich am anderen Ende der Senke angekommen war meinten meine Beine jedenfalls das das eigentlich erst mal genug gewesen sei - also kurz Verschnaufen.
Wie aus dem Nichts war da plötzlich dieser Mensch mit dem VW-Bus der auf dem Parkplatz nah bei hielt um mich in ein Gespräch über Liegeräder zu verwickeln. er hatte in dem Wagen ein Dreirad mit Elektrounterstützung das er sich zum Testen übers Wochenende ausgeliehen hatte.
Er erzählte mir davon das man diesem Wasserlauf quasi ohne Steigungen bis kurz vor mein Tagesziel folgen könne. Er selbst sei am Wochenende Abschnitte dieses Weges gefahren und es sei toll gewesen. Mit meinem Rad sei das sicher noch einfacher als mit einem Dreirad. Schließlich bräuchte ich keine so breiten Spur. Das hat mich überzeugt. Ich machte mich also daran, diesem Weg zu folgen.
Er ist in der Tat eben, aber in dem Abschnitt den ich befuhr wimmelt es von Steinen und Baumwurzeln die es mit dem Rad zu überwinden gilt. Insbesondere die Baumwurzeln sind tückisch. Von Feuchtigkeit glitschig rutscht auf ihnen das Rad zur Seite weg ohne das man das kontrollieren könnte. Auf der einen Seite ist der Wasserlauf, auf der anderen der Abhang - schon eine spannende Sache mit einem voll beladenen Rad. Aber Landschaftlich war’s echt ne Wucht - und allemal schneller als die Trauma-Steigung von Vorgestern. Doof nur, das der Traum vom ebenen fahren ein par Kilometer später vorbei war - da hatte jemand ein paar Treppen eingebaut - da hatte ich irgendwie keine Lust mehr auf holprigen Baumwurzelweg.


Ich durchforstete die Karte nach meinen Optionen. Viele gab es nicht. So folgte ich dem am besten befahrbaren Weg ins Tal - wohl wissend das ich das alles wieder hoch fahren muss.
Auch dem Weg nach unten fing es an zu Schütten - und es wollte auch nicht mehr damit aufhören. Im schönsten Regen kam ich in Osterode an und sah dort einen Hinweis auf den Campingplatz Eulenburg - der sollte es sein!
Im Strömenden Regen das Zelt aufgebaut und die Taschen in die Ecken geworfen. irgendwie ist es mir gelungen die Isomatte und den anderen Kram so in das Zelt zu bekommen das es nicht nass wurde. Ich selbst habe mich den restlichen Nachmittag in die Restauration des Campingplatzes gesetzt, den Blog aufgeräumt und Sozialstudien bei der Campingplatzbesatzung angestellt während ein Schauer nach dem anderen runter ging. Sie haben auf dem Platz einen Freifunk-Zugang der zwar erwartungsgemäß nicht schnell ist,dafür aber zuverlässiger funzt als der Funk in Prahljust. Dort gibt einen Hotsplotz-Zugang, der so gut wie keinen Upload ermöglicht.