BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich von meinen Reiseaktivitäten berichten. Fast alle meine Reisen mache ich mit dem Rad. Wer wissen möchte was Müller in seiner Abwesenheit so erlebt, sollte hier immer mal wieder vorbei schauen.

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities. I am doing most of my journeys by bicycle. Maybe you want to be up to date, knowing what Müller is doing when not at home. So this is the right address to be up to date...

Auf nach Zsambéck

Eine unverbrauchte Reisegruppe

28.06.2019, kurz vor neun Uhr Abends auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof: Eine hoffnungsvolle, aber ahnungslose Reisegruppe trifft sich im Halbdunkel des etwas abgelegenen Gleis 20 (ich hatte bis da hin gar keine Ahnung das es diese Gleis in Düsseldorf gibt)

Um uns herum sonderbare Menschen mit großen Rucksäcken oder Koffern, teilweise mit Kissen und Kuscheltieren unter dem Arm. Das ist das Gleis auf dem der Nachtzug nach Wien auf seine Fahrgäste wartet und wir haben für diese Nacht zwei Schlaf-Abteile gebucht denn wir wollen Morgen Nachmittag in Zsambék ankommen.

Was werden wir dort machen? In diesem Ort gibt es eine von Premonstratensern betriebene Mission die wir besuchen und erleben wollen. Wir, das sind acht Schüler des KAPU, Eva Olejok, dieSchulseelsorgerin und meine Fragwürdigkeit (als Betreuer und Fototierchen gebucht). Ich schreibe in den folgenden Blogbeiträgen von dem was wir auf unserer Fahrt erlebten und sorge für die Bebilderung.

Der Abfahrtzeitpunkt kam immer näher - wir stiegen in den Zug und versuchten uns in den Abteilen einzurichten, die, offen gesagt kaum unser Gepäck aufnehmen konnten. Hier sollten wir also zu sechs Leuten die Nacht verbringen. Bullenhitze, nicht nur auf dem Bahnsteig sondern auch um Zug - das versprach ja lustig zu werden.

Die Abfahrt zog sich hin - der Schlafwagenschaffner kam durch und erzählte was zur Klimaanlage und wollte wissen was wir Morgen frühstücken wollen. Wir wollten erst mal fahren und das ließ nach wie vor auf sich warten. Ab und zu rumpelte es im Zug - es wurden noch Wagen angekoppelt. Irgendwann kam dann auch mal die Lokomotive und versorgte den Zug mit Strom - die Klimaanlage erwachte zu Leben und das Licht ging an. Das wurde auch Zeit denn inzwischen dämmerte es bereits, es war kurz vor 22:00 und wir hatten uns immer noch nicht bewegt. Schlafwagen-Reisen haben offensichtlich wenig mit dem Rausch der Geschwindigkeit zu tun. Als das Teil endlich Fahrt aufnahm geschah das auch eher geruhsam - es bleibt spannend ob wir wohl pünktlich in Wien ankommen.
Teile von uns verbrachte den Beginn der Fahrt mit Karten spielen im Sitzabteil - erst so gegen halb zwölf versuchten wir alle uns irgendwie in unserer Koje einzurichten. Es passte wie reingeschossen und unter denen im obersten Stock machte sich die Sorge breit, sie könnten aus dem Bett heraus rollen und in die Tiefe stürzen. Nicht dergleichen geschah. Es war zwar ungewohnt in einem sich ständig bewegenden Bett zu schlafen aber so knittrig wie manche behaupteten waren wir bei unserer Ankunft in Wien gar nicht. Es gab sogar noch ein reichhaltiges Frühstück: zwei Brötchen, eine Packung Butter und eine Packung Marmelade und ein Getränk der Wahl. Wenn man den Aufstrich sorgfältig einmassiert reicht er sogar für beide Brötchen…

Umsteigen in Wien: fast wie neu, teilweise noch im Schlafanzug…

Die Zugfahrt nach Budapest bot uns eine sich langsam verändernde Landschaft - es sah irgendwie immer ungarischer aus. Auch unsere Mitreisenden brachten den Hauch den neuen in unser Leben - und wenn es auch teilweise nur der Hauch neuer, bisher in dieser Intensität ungekannter Zigarettenaromen war. Je näher wir an Ungarn heran kamen desto langsamer wurde das WIFI im Zug - sollte vielleicht ein Zeichen sein. Als wir um elf Uhr dreissig in Budapest Keleti einfuhren hatten wir jedenfalls erst mal genug von Zug fahren. Der Bahnhof war zwar ganz hübsch aber wir wollte weiter - mit der U-Bahn zum Busbahnhof und dann mit dem Überlandbus nach Zsambeck. Kurz nach zwei Uhr Mittag stiegen wir bei brütender Hitze (alte Bekannte) aus dem Bus und holperten mit unseren Koffern zu unserer Unterbringung.

Uns wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Schwester Johanna brachte uns in die Räume der Kindertagesstätte, wo unser Essen auf uns wartete. Nockerln mit Gulasch (oder hieß es doch anders?) und Gurkensalat (göttlich). Dann legten wir uns erst mal ein bisschen in unseren Zimmern auf’s Ohr.

Abends machten wir mit Bernadette, die sich freundlicherweise für unseren Aufenthalt als Übersetzerin zur Verfügung gestellt hat, eine kleine Tour durch den Ort. An dem Abend spielte eine Blaskapelle auf dem Markt. Wir besuchten ein Denkmal das an die Pest erinnerte und die alte Basilika. Auf dem Rückweg blieben wir für eine Limonade in einer lauschigen Gastronomie hängen - es scheint hier nett zu sein…