BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

Triumph der Technik

17.02.
Freitag ist in Dubai - wie in allen muslimisch geprägten Ländern - ein Feiertag. In der Moschee gibt es eine ausführliche Andacht und wahrscheinlich wird hier - wie bei uns am Sonntag - niemand Arbeiten.
So hatten wir uns den Wecker auf 10:00 gestellt und waren in freudiger Erwartung aufs lange Ausschlafen ins Bett gegangen. Wir haben heute den ersten Termin um 11:00.
Der Traum vom geräuschfreien Vormittag sollte ein Traum bleiben. Die Baustelle schläft nie - auch nicht an Feiertagen.

Okay, vielleicht war es heute auf der anderen Straßenseite etwas leiser und ein paar Arbeiter weniger unterwegs.
Zum Ausschlafen fest entschlossen sind wir trotzdem bis zehn im Bett geblieben, dann ein bisschen frisch gemacht und ein taxi gerufen. Heute Morgen war noch mal Dekadenz angesagt. Eva hatte uns für ein Brunch im Burch al Arab eingebucht.
Es ist gar nicht so leicht in das Gebäude rein zu kommen. Erst nach der Prüfung unserer Anmeldungsbestätigung wurde die Strassensperre am Wachhäuschen im Boden versenkt und wir konnten über den Damm zum Haus rüber fahren. Menschen die keinen Besuch in dem Bau gebucht hatten mussten sehen wie sie am Checkpoint das Selfie mit dem segelförmigen Hochhaus hin bekamen.
Einer der Portiers öffnete für Eva die Wagentür - dann rotierten wir durch die großzügig gebaute Drehtür in das Foyer und standen auf schallschluckendem Teppich. Ein Rausch aus Farben, Ornamentik und Goldkanten erwartete uns - eine Welt in der selbst die Hinweis-Schilder für den feuchten Boden vergoldet sind - unsere Putzfrau im Krankenhaus währe begeistert.
Mittelpunkt des Foyers ist ein Springbrunnen in dem die Wasserstrahlen fangen spielten - er stellte auch so ziemlich das einzige Geräusch.


Wir passierten das Foyer und erreichten nach einer Ladenpassage den Aufzug zum Restaurant. Es ist in etwa 200 Meter Höhe in den ‚Tragflächen‘ des Gebäudes untergebracht.
Dort erwartete uns eine bunte Gesellschaft und gut 20 Meter opulentes Buffet das wenig zu wünsche offen ließ - was soll ich drüber sagen? - wo man hin sieht, alle tot!
Wir gaben uns große Mühe unser Essverhalten dem doch recht opulenten Preis für das Brunchvergnügen anzupassen. Na, ja, es ist ja der Wille, der zählt…
Das Gebäude zittert und schwankt die ganze Zeit fast unmerklich - es ist so gebaut das es die Windbelastung schwingend aufnimmt und die Böden sind so aufgehängt das sie die Bewegungen kompensieren. Es ist schon irritierend wenn man nicht einzuordnen weiss woher die kleinen Schwankungen des Bodens kommen oder warum Dekoelemente grundlos wackeln. Ganz ohne das man was merkt lässt sich das wahrscheinlich nicht lösen. Die wechselnden Winde in an der Küste sind schon ziemlich stark.


Trotz der vielen großen Fenster gibt es heute keine Aussicht - zum einen sind die Scheiben von außen verstaubt und zum anderen ist es heute sehr diesig. Es macht die Anmutung als befänden wir uns in einer Wolke, es handelt sich aber eher um Sandstaub.
Gegen 14:30 näherten wir uns dem Ende des gebuchten Aufenthalts am Luxusbuffet und wälzten uns zurück aufs Festland um etwas weniger nobel als auf dem Hinweg mit dem Bus 88 zum Deira City Centre, einer Mall zu fahren.


Von der Bushaltestelle war in dem Dunst das Hotel kaum zu erkennen obwohl wir vielleicht 500 Meter davon entfernt standen.
Wir wollten uns am Abend eine Filmvorführung im 4d-Kino antun und wollten die Karten schon mal vorab einsammeln kommen - hätte ich im Kino die Bestätigung auf dem Handy gehabt währe das wohl auch so passiert. Da ich an der Stelle etwas unorganisiert war konnten wir uns nur schon mal über die Lage des Kinos informieren - der Rest wurde auf den späten Abend vertagt.
So wurde erst mal der Punkt ‚im Hotelzimmer herummodern‘ umgesetzt - das war auch mal nötig.
Kurz nach zehn Uhr Abends saßen wir dann im 4d-Kino und geben uns dem epochalen Werk ‚John Reed 2’ in 4d-Technik hin. Ich weiss nicht zu sagen was schlimmer war - der Film ist ein Baller- und Prügel Streifen ohne weiteren Anspruch an eine vielschichtige Handlung und würde jeden knapp postpubertären Jüngling in Verzückung versetzen - dummerweise passen weder Eva noch ich auf diese Personenbeschreibung. Die 4d-Technik ist nach meiner Wahrnehmung eine totale Albernheit. Die Sitze hoben, drehten, kippten und wackelten was das Zeug hielt - konnten aber nicht den Eindruck vermitteln das man dadurch besser in die Action im Film eintauchen kann. Ab und zu wurden wir mit Wasser besprüht und die Gerüche die man uns an bot wirkten künstlich und nicht zu den jeweiligen Szenen passend. Bei den Schiessereien wurde uns Luft rechts und linke an den Ohren vorbei gepustet - das sollte wohl vorbeifliegende Projektile darstellen. Abgesehen davon haben unsere Sitze auch noch gequietscht. - ein ziemlicher Klamauk der von der Handlung des Films ablenkt - wenn der Film überhaupt eine Handlung gehabt hätte von der man hätte ablenken können. Ich werde ich Zukunft solche Technik meiden und gehe doch lieber Oldscool ins Kino - ich vermute mit Eva sieht das ähnlich aus.
Wir kamen so spät aus dem Kino das die Metro nicht mehr fuhr - also wieder mal Taxi. Auch in Dubai sind die Taxifahrer in der Nacht ohne Ortskenntnis - man fühlt sich fast wie Zuhause. Der Mann hat uns einfach sein Smarphone nach hinten gereicht damit wir im Google Navigator die Hoteladresse eingeben und von da ab ging’s ganz flüssig - man muss sich nur zu helfen wissen…