BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

05.08.2015 - Thiessow - Göhren - Putbus - Garz - Zudar - Greifswald: 82 (60) Kilometer

In der Nacht hatte es zu Stürmen begonnen und es kam immer wieder zu kräftigen Schauern. Trotzdem ich bei meinem Wurfzelt nicht die Heringe und Verzurrungen angebracht hatte sondern nur in den Ecken von innen mein Gepäck abgelegt hatte hat die Kiste gut gehalten und Das Wasser ist da geblieben wo es hingehört - nämlich draußen in den Sachen die ich nach dem Duschen zum Trockenen aufgehängt hatte :-/
Da ich mir heute was Schönes gönnen wollte - eine Fahrt mit dem rasenden Roland - konnte ich meine nun zwei mal gewaschene Wäsche nicht wie sonst auf meinem Gepäck zum Trocknen drapieren. Ich stopfte sie erst mal zum Zelt in die Hülle damit sie nicht in der Bekleidungstasche Dummheiten anrichten.

Die Lokomotive 'Rasender Roland' beim Umsetzen an die Zugspitze


Ich bin zeitig genug vom Campingplatz gekommenum indem ersten durchgehenden Zug nach Puttbus einen Platz für mich und mein Fahrrad zu bekommen. Der Rasende Roland ist eine Schmalspurbahn mit Dampflocks die nun seit über 100 Jahren auf Rügen verkehrt. Als Lokomtiven kommen hier wahre Kraftpakete zum Einsatz - die Maschinen mit vier bis fünf angetriebenen Achsen sind gut für den Einsatz in der, wie wir inzwischen wissen, sehr hügeligen Gegend. Die Betitelung ist ein wahrer Euphemismus - die Spitzengeschwindigkeit dieser Züge dürfte bei etwa vierzig Stundenkiometer liegen - mehr ist mit den kleinen Rädern nicht zu machen - die Geräuschentwicklung lässt das alles aber wesentlich schneller klingen...
Ich mag diese russigen Veranstaltungen irgendwie sehr gern. Dampflocks haben so ein tolles Arbeitsgeräusch - sie machen aus ihrer Anstrengung kein Geheimnis.
Die Fahrt in dem Zug ist der Grund für die zwei Distanzen für heute. AbPutbus binich dannwieder aus eigener Kraft gefahren und habe die speziellen Reize Rügens noch ein mal in vollen Zügen genossen.
Nicht, das ich meckern möchte, aber bie den Radwegen Rügens drängt sich doch sehr der Eindruck auf das sie von Menschengeplant sind die nicht selbst Rad fahren und das das vornehmliche Ziel ist das die Radfahrer nicht auf den zu engen Landstraßen zwischend den Autos herumschlingern.
Nun sind diese Radwege in der Konsequenz doch recht speziell. EIn Radweg neben einer Bundesstraße kann sich jederzeit in Luft auflösen und den Radfahrer in den Autoverkehr zwingen, der einer Bundesstraße in NRW vom Verkehr her alle Ehre macht. Diese Straßen sind dann auch als Radwege ausgeschildert, will heißen: das ist dann auch so gemeint.
Es gibt auch Radwege die durch die Felder führen und jederzeit an irgendeinem Punkt die Lust verlieren können weiterhin Radweg zu sein - sie entschließen sich dann für eine Zweit-Karriere als Wanderweg oder Trampelpfad.

Auf Tuchfühlung mit dem Sand - ein besonderer Spass


Solche Wege variable Deckbeläge: Teer, Betonplatten vom Typ 'Transitstrecke', Schotter, von wohlmeinenden Landwirten eingebrachte Ziegelsteine, Fließsand oder auch Schlamm (beide Letzteren in ordentich dick)
Ichhabe keine Probleme damit über Bauer Walters Ackerwege zu fahren - wenn ich vorher weiss das es darauf hinauslaufen wird. Es macht mir auch nichts aus Wahnsinns-Steigungen oder -Gefälle meistern zu müssen wenn die Hinweise dieser Wege darüber Auskunft geben. Genau so gern lasse ich mich von LKW ins nächste Gebüsch kegeln - hat ja was von Zuhause...
...Aber zu behaupten das Rügen eine Fahrrad-freundliche Insel ist halte ich für gewagt - es sei denn damit ist gemeint das die Bewohner der Insel Fahrräder nicht beschimpfen...
Nun bin ich allein unterwegs und muss die Konsequenzen solcher interessanten Wegeplanung alleine ausbaden. Ich kann für Eltern mit Kindern auf Kinderrädern oder in Fahrradanhängern solche Radtouren nicht empfehlen. Die Gefahr das die Technik der Räder versagt oder das Kind die Kontrolle über sein Rad verliert ist auf diesen Wegen sehr groß. Einen Anhänger kann man in dem Treibsand und auf den Wirtschaftswegen mit den Betonplatten-Spuren schlicht nicht bewegen - er versäuft oder läuft ungünstig als Bremser in der Spur. Die Mitfahrer im Anhänger bekommen jeden Schlag ab ohne ihn vorahnen zu können - und es ist alle 2 Meter ein neuer Schlag.

Der natürlich Lebensraum der gefürchteten Spurrille


Heute hate ich Betonplatten die durch breite Diagonal-Rillen das Rad mit jeder Platte neu zum Rand zwangen - ähnlich wie Straßenbahnschienen. Danach gab es Sand und Schlamm bis 20 cm Tiefe und tolle Pfützen - wobei die Pfützen noch das undramatischste waren. Solche Wege verlangen einem derartig viel Konzentration ab das man die schöne Landschaft schlicht nicht wahrnehmen kann.
Als ich an der Fähre in Zudar ankam sah mein Rad aus als wenn ich in Schlamm gebadet hätte.

Ein Schlumpf im Schlamm...

Auf den letzten Metern dort hin wurde ich von einem Radwanderer aus Dortmund Eichlinghofen eingeholt - das machen also Dortmunder in ihrem Urlaub. Bis zur Fähre fachsimpelten wir über das Radreisen mit Tourenrad oder Liegerad und was einem so auf Rügen passieren kann - ich bin froh das ichnicht als Einziger solche EIndrücke habe.
Unsere Wege trennten sich auf dem Festland - er wollte auf den nahen Campingplatz und ich noch bis nach Greifswald. Der Radweg vom Anleger nach Greifswald ist im Wesentlichen die alte Bundesstraße. während der Autoverkehr über eine parallel verlaufende Schnellstraße donnert kann der Radfahrer von Welt zusammen mit ein paar Anliegern die Reize einer von großen Kastatien beschatteten mit ordentlichem Kopfsteinpflaster belegten Straße genießen. Das Pflaster ist aktuell in einem so guten Zustand das es im Vergleich zu den Buckelpisten auf Rügen eine wahre Wohltat ist - ich konnte gut mit meinem Schiff 20 Stundenkilometer erreichen und den wenigen Schlaglöchern bequem ausweichen.
Nachmitags um halb vier war ich an der Jugendherbege angekommen - vermutlich der letzten auf meiner Reise - hatte mich etwas renoviert und war auf dem Weg in die Altstadt. Nach meinem Spaziergang durch die Stadt kann ich sagen: man kann sich hier wohl fühlen. Der Tipp der Herbergs-Rezeption mit einem Besuch des Alten Hafens war wirklich gut.