BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

Kinross -> Falkland -> St. Andrews

Dank der hiesigen Vogelwelt gelang mir in Kinross ein früher Start.
Die für heute versprochene Sonne liess sich zu Beginn des Tages noch
von einer geschlossenen Wolkendecke vertreten.

Mein heutiger Weg führte mich um den See bei Kinross herum Richtung
Falkland. Eigentlich lief alles prima. Die Landschaft sag gut aus, es
regnete nicht und wurde zusehends wärmer und auch das Rad lief wie
geschmiert - ich hatte gestern der Kette und der Nabenschaltung
gezielt Öl gegönnt.

Dann sollte die Bodenwelle kommen die meiner Fahrt eine ärgerliche
Wendung gab - mir ist die Halterung für den Gepäckträger an drei von
vier Stellen abgerissen! Da stand ich nun mit traurig herabhängendem
Gepäck mitten in der immer noch sehr schönen Landschaft und alles sah
danach aus als wenn hier meine Reise zuende sein sollte. Anscheinend
hat man wenn man wirkliche Probleme hat einen anderen Gesichtsausdruck
- jedenfalls wollte in der aktuellen Situation plötzlich niemand mehr
anhalten und mich fragen wie's mir geht. Auch die Radfahrer hatten es
ungewohnt eilig - und ich wollte jetzt auch nicht winkend auf der
Straße stehend alles was daher kommt zum Anhalten zwingen.

Irgendwie muss es ja weiter gehen - ich versuchte mein Glück mit
stabilen Kabelbindern um den Gepäckträger wieder in die Nähe der
Stellen zu bringen wo er hin gehört. Aber sobald ich die Gepäcktaschen
anhängte gaben die Binder nach und alles lag wieder auf dem Boden. Ein zweiter Versuch mit Nylonschnur klappte besser. Es gelang mir die
Stellen an denen die Befestigung des Gepäckträgers abgerissen war mit
dem Band sehr stramm zu verbinden und alles so zu fixieren das ich die
Taschen wieder anhängen konnte und der Gepäckträger auch oben blieb.
Es fühlte sich alles so an als wenn der Gepäckträger noch fest mit dem
Rahmen verbunden währe - nichts wackelte oder schlackerte. Mit dem etwas mulmigen Gefühl ob diese Konstruktion nun halten würde
setzte ich nach einer guten Stunde meine Reise fort. Die Bastelei hat
Bodenwellen und andere Unebenheiten souverän genommen als wenn nie was
gewesen sei.

Der Weg von Kinross nach Falkland führte wieder in die Höhe. Damit der
Anstieg nicht so eintönig ist bewegte ich mich auf Nebenstraßen und
Wirtschaftswegen die wie eine Berg- und Talbahn immer wieder
Gefällestrecken boten um danach wieder ein Stückchen höher zu
klettern. Meist gelang es mir auf den abschüssigen Abschnitten Anlauf
für die nächste Steigung zu nehmen und dann auch tatsächlich den
nächsthöheren Hügel zu erklimmen. Allerdings gab es dazwischen auch
Steigungen bei denen ich es bereute das ich v0r der Reise nicht dazu
gekommen bin das Zwischengetriebe am Rad einzubauen - ich habe
tatsächlich drei mal das Rad eine Steigung hoch geschoben - ist schon
peinlich!

In Falkland ist es so schön das es schon fast weh tut - ich war
einfach nur froh, dort angelangt zu sein und feierte den vollendeten
Streckenabschnitt mit einer großen Tasse Kaffee und einer Kombination
einer Tafel weisser Schokolade und schwerem Schokoladenkuchen mit
Nüssen. Das als Kuchen titulierte Teilchen war nur mich schwerem Gerät
zu zerteilen und nachdem ich es aufgegessen hatte war ich mir sicher
nie mehr wieder in meinem Leben etwas essen zu müssen.Nach der
Kalorienbombe war ich dann auch mental in Falkland angekommen und habe
noch ein paar Impressionen aus der Stein gewordenen Harmonie
aufgenommen.

Trotz Panne ist noch eine Menge Zeit vom Tag übrig - ich mache mich
wieder auf den Weg um St. Andrews und die Nordsee zu erreichen. Ich
bewege mich immer noch im Inland und sobald ich in die Nähe von
Feuchtgebieten oder Wasserlöchern komme sind sofort die mikroskopisch
kleinen Mücken in der Luft - es sieht fast so aus als wenn Nebel
wabern würde. Hoffentlich wird der Nordeeküstenradwanderweg bald
wieder seinem Namen gerecht! Zwischen Falkland und dem Meer wurden ein paar Höhenzüge dekoriert -
nur ein mal durfte ich für ein paar Meilen einem Flusslauf folgen. Die
Straße war aber offiziell wegen Einsturzgefahr gesperrt. Der Fluss
hatte bei straken Regenfällen die Straße und die Häuser entlang des
Flusslaufs unterspült. Die Häuser waren so geschädigt das sie of
schief standen - zwei waren sogar von den Fluten weggerissen worden.

Kurz vor fünf Uhr Nachmittags war ich in Sichtweite des Meeres und St.
Andrews - da erschien ein Campingplatz am Wegesrand. Ich habe mich
dort kurzentschlossen eingebucht und den Tag ausklingen lassen.

Ich habe mir noch mal in Ruhe die Reste meines Gepäckträgers
angesehen. An den Punkten wo er it dem Rahmen verbunden war ist das
Material systematisch ermüdet - ich bin ziemlich schockiert darüber
wie dünnwandig das Rohr ist aus dem der Gepäckträger gefertigt wurde.
Ich würde mal sagen das das was ich mit der Beladung des Rades
übertrieben habe vom Hersteller beherzt untertrieben wurde. Ich habe
jetzt auch die noch nicht angerissenen Stellen mit Band verzurrt und
hoffe das mich diese Bastelei sicher bis zum Ende meiner Zeit durch
Schottland und nach Hause bringt - sonst nimmt die ganze Reise noch
einen unverhofft anderen Verlauf.