BLOG Müller unterwegs

Hallo!
In diesem Blog werde ich mich mit meinen Reiseaktivitäten auf dem Fahrrad beschäftigen. Aktuell stehe ich in den Vorbereitungen für eine Fahrt nach und durch Ostdeutschland, die im Juli/August diesen Jahres stattfinden soll. - Wenn Ihr mitverfolgen wollt was ich alles im Vorfeld der Reise so unternehme und was während der Reise daraus wird, so ist dies hier die Adresse um auf dem Laufenden zu bleiben...

Hallo!
in this blog I will write about my traveling activities riding a bicycle. The project I am preparing recently is a journey to and through eastern Germany which should happen in July/August this year. Maybe you want to follow this blog, read what I am doing to prepare me for this trip and what it will be like in the end - so this is the right address to be up to date...

Mein Treffen mit Amber

Ich hatte sie ja bereits in meinem letzten B&B getroffen - da habe ich
sie aber noch nicht ernst genommen - nach einer Nacht in meinem
zusammenfaltbaren Schloss traf ich sie aber erneut: Amber wartete auf
mich in der Dusche und bezauberte mich mit ihrem ganzen Können. Wer ist den nun wieder Amber? Nun, Amber ist die Britische Antwort auf
den Vailland Durchlauferhitzer. Mit ein paar lustigen Knöpfen
ausgestattet suggeriert sie das man mit ihr zusammen angenehm duschen
könne - was im Prinzip auch richtig ist, wenn man nur genügend Zeit
mit bringt. Und - das sollt eman noch erwähnen, wenn man den geheimen Schalter
findet mit dem man das Gerät überhaupt einschaltet, denn schliesslich
ist Amber ja ein elektrisches Gerät - da kann der Schalter nicht in
der Dusche sein. Im aktuellen Fall war das leicht - die Schnur eines
Schnurschalters baumelte verführerisch von der Decke. Mit Strom versorgt muss man nur noch zwei Hürden auf dem Weg zum
erfüllten Duschbad nehmen: Erstens Wasser aufdrehen (in Stellung 'warm' oder 'gleich zwei mal
warm') und am Drehknopf die gewünschte Temperatur einstellen. Da
Wünsche ja immer eine gewisse Unsicherheit beinhalten, ist hier mal
keine Temperaturskala angebracht. Dann heisst es nur noch: warten und hoffen. Das tut man besser nicht
während man schon unter dem Brausenknopf steht. Amber lässt einen
völlig im Unklaren was gleich geliefert wird - von Eiswasser bis
kochend heiss ist alles drin. Man muss sich langsam an die
Wunschtemperatur herantasten da Änderungen am Thermostat erst mit zehn
Sekunden Verspätung wirksam werden. Dann hat Amber auch noch Probleme mit dem Wasserdruck - wenn der
abnimmt fließt das Wasser langsamer und wird mit einem Mal heisser
ausgeliefert. Das kündigt sich an wenn aus der Brause während des
Duschens Luft herauskommt oder wenn aus dem Gerät das Geräusch eines
Wasserkochers kurz vor Kochend kommt. Wenn der Wasserdruck zu stark
abnimmt, schaltet sich die Heizung sicherheitshalber ab und man
bekommt kaltes Wasser. Bei den sanitären Einrichtungen des Campingplatzes wurden alle
Störfaktoren ausgeschöpft. Wenn sich jemand die Hände wusch oder
zusätzlich duschte gab's kochend heiss und wenn jemand die Klospülung
betätigte gab's Eiswasser. Ein Durchlauferhitzer mit eingebautem
Kneipp-Faktor - toll! Auch so etwas Praktisches würde man in
Deutschland niemals kommen. Ich freue mich schon auf die nächste
Begegnung mit Amber - ihre rassige Art hat mich völlig gefangen
genommen ;-) ZUsammenpacken ging recht gut - traditionsgemäß sind die Sachen schon
wieder anders in die Taschen einsortiert worden. Dann bin ich in die
Welt aufgebrochen. Eine halbe Stunde später fand ich in der Ortschaft Norham einen Pub
(den einzigen im Ort). Das Wirtsehepaar saß davor in der Sonne und
grüsste freundlich - ich nutzte die Gelegenheit um nach Frühstück zu
fragen. Nein, eigentlich hatten sie so etwas nicht, aber wenn mir mit
zwei Bakerolls geholfen währe... War mir, und zehn Minuten später hatte ich einen großen Pott Tee und
zwei Brötchen mit angebratenem Schinken vor mir. Dazu schön in der
Sonne sitzend was es ein super Frühstück. Mein Weg führte mich heute über Coldstream und Kelso, letztere hat
eine schöne, kaputte Kirche zu bieten, die vor meiner Kamera nicht
sicher war. Kurze Zeit später überquerte ich erneut den Tweet und die Schottische
Grenze. Außerdem gibt es in Melrose auch noch Floors Castle, das grosszügig
geschnittene Häuschen des zehnten Duke von Roxburghe und seiner Gattin
nebst Familie. Die Leute wohnen da auch noch alle - uns zwar genau in
den Räumen die ich mir ansehen durfte. Leider konnte ich keine
Einrichtungsideen für Zuhause mit der Kamera bannen. Aus
Versicherungstechnischen Gründen ist das leider nicht erlaubt. So habe
ich mich mit Außenaufnahmen begnügt - ist ja auch so ganz nett. Auf meiner Weiterfahrt nach Melrose entdeckte ich noch einen alten
Wachturm - er trägt den Namen Smailholm Tower. Dieses mal wurde die
wie üblich schöne Landschaft durch ein paar Jungbullen aufgelockert.
Wer sich da auf den Fotos so dekorativ ausnimmt, entpuppte sich als
verdammt neugierig. Ich hatte kaum mein Fahrrad abgestellt, da wurde
es auch schon einer eingehenden Untersuchung unterzogen.Eine Gang aus
vier Jungbullen forschte nach, welche Teile von meinem Fahrzeug wohl
essbar seien. ALs ich sie vom Rad weg getrieben hatte waren meine
Lenkergriffe, das Navi und die rote Satteltasche nass geschleimt. Ich
brachte das Rad dann hinter einem Tor in Sicherheit. Während ich mir
den Turm ansah lungerte die Gang an dem Tor herum und warfen
begehrliche Blicke auf meine Ausrüstung - ich hatte ganz vergessen wie
neugierig Kühe sein können wenn man sie lässt. Zum Glück wusste ich
immerhin noch wie man Kühe fort treibt, sonst würde ich jetzt noch an
dem Gatter stehen... Meine Übernachtungsmöglichkeit sollte sich leider erst in Melrose
finden - meine Hoffnung auf ein B&B oder einen Zeltplatz am Wegesrand
sollte sich heute nicht erfüllen. So stand das Zelt erst um 21:00. Heute durfte ich auch mal selber was zu Essen machen- man wird hier
nicht alle Tage zum Grillen eingeladen. Also gab es Nudeln mit Soße,
liebevoll auf dem Benzinkocher zubereitet. Mein Zelt befindet sich
übrigens genau neben einer Grundschule - ich bin schon froh das morgen
Sonntag ist... Heute fahre ich zweigleisig - Vorschläge des Garmin werden auf der
Landkarte gegenkontrolliert und erst nach Prüfung übernommen. Das
klappt besser als die Nummer gestern. Heute fand in der Gegend um
Kelso ein Autorennen statt - ein paar Nebenstraßen wurde dafür
gesperrt. Eigentlich hätte mich meine Route dort lang geführt. Als ich
gezwungenermaßen über die Bundesstraße nach Kelso fuhr wurde das
Garmin richtig renitent. In seiner Verzweiflung, mich auf den Track
zurück zu führen liess es sich sogar Straßen einfallen die es gar
nicht gibt - also weder in der Realität noch in dem Kartenmaterial mit
dem das Gerät arbeitet. Ich habe eine Psycho an der Lenkung hängen... Nach Kelso werde ich wieder auf die ursprüngliche Route zurück kommen
- dann wird es wahrscheinlich wieder glücklich sein...

Heutige Distanz: Norham -> Kelso -> Smailholm -> Melrose